100 Gedichte

Wat bruken wi nöderg?

En Book mit 100 van de moiste oostfreeske plattdüütse  Gedichten! Daar gifft dat ja dat “Ostfriesisch-plattdeutsche Dichterbuch”,
1911 vandag komen bi Dunkmann in Auerk,
1922 al in de darde Uplaag, un 1975 nadruckt bi SCHUSTER in Leer; un dat gifft ok noch ‘n heel Riege Boken vull mit Lyrik
van ‘n heel Bült neje Dichters un Schrievers, man wat bit nuto fehlt:
En Book mit 100 van de moiste oostfreeske plattdüütse  Gedichten!  Dat hett Carl-Heinz Dirks nu tosamenstellt, un in de DIESEL-Verlag is dat rutkomen un köst 11,80 Euro un is to kriegen in de Bookhannel unner de Nummer
ISBN 978-3-934835-05-4. Of bi hans-hermann.briese@diesel-online.de

Written on September 2nd, 2008 , Diesel Info, Diesel Texten, Ostfriesische Autoren, Texten up Platt

Auszeichnung „mehrsprachig“ für Kindergärten und Grundschulen
Plakette der Ostfriesischen Landschaft für frühe Mehrsprachigkeit

Hintergrund

Die Europäische Union hat 2004 ein umfassendes Programm für das Sprachenlernen herausgebracht mit dem Ziel, dass zukünftig alle EU-Bürger mindestens drei Sprachen lernen sollen: die Amtssprache des Staates, in dem sie leben, eine Weltsprache und eine kleine Sprache (Nahsprache oder Nachbarsprache).

Ostfriesland hat trotz rückläufiger Sprecherzahlen immer noch gute Ressourcen für eine regionale Zweisprachigkeit mit Hochdeutsch und Plattdeutsch. Englisch als Weltsprache kann als dritte Sprache dazu kommen, das heißt, Ostfriesland könnte die Vorgaben der Europäischen Union sofort erfüllen.

In den Bildungsinstitutionen vom Kindergarten bis zur Universität findet die Möglichkeit der mehrsprachigen Erziehung und Ausbildung in Deutschland bisher leider immer noch viel zu wenig Aufmerksamkeit. Dabei gewinnt dieses Thema auf allen Ebenen an Bedeutung. Zentral für die sprachliche Förderung des Kindes ist das Alter von 0 bis ca. 8 Jahren. In dieser Zeit wird ein Großteil des Sprachzentrums im Gehirn des Kindes ausgebildet. Sprachliche Förderung, die Kinder in diesem Alter bekommen, legt optimale Grundlagen für die weiteren Spracherwerbsmöglichkeiten. Deswegen vergibt die Ostfriesische Landschaft seit 2006 alle zwei Jahre die Auszeichnung „Mehrsprakig Kinnergaarn – mehrsprachiger Kindergarten“.

Über 65 Kindertagesstätten in Ostfriesland arbeiten inzwischen mit Hochdeutsch und Plattdeutsch und / oder Englisch, doch mit dem Eintritt in die Grundschule bricht diese wertvolle sprachliche Förderung in der Regel ab. Deswegen hat sich die Ostfriesische Landschaft entschlossen, ab diesem Jahr auch Grundschulen, die sich intensiv für das frühe Sprachenlernen einsetzen, auszuzeichnen.

Ziel der Auszeichnungen

Die Ostfriesische Landschaft möchte mit den Auszeichnungen deutlich machen, dass es Kindertagesstätten und Grundschulen in Ostfriesland gibt, die ihren Kindern nicht nur eine frühe Fremdsprachenbegegnung anbieten, sondern die Möglichkeit, eine zweite Sprache als Alltagssprache zu lernen. Dies wirkt sich nachhaltig auf die Entwicklung des Sprachzentrums der Kinder aus.

Um es noch einmal ganz deutlich zu machen: Mehrsprachigkeit entsteht nicht durch Sprachbegegnung und auch nicht durch AGs oder einzelne Unterrichtsstunden in der Zielsprache. Mehrsprachigkeit bedeutet, dass die Kinder befähigt werden, eine zweite Sprache altersgerecht mühelos zu verstehen und sich darin selber auszudrücken.

Dies wird durch die Immersionsmethode erreicht. Hierbei wird die zu erlernende Sprache tagtäglich über einen langen Zeitraum hinweg als Erziehungs- oder Unterrichtssprache benutzt, in der beliebige Inhalte vermittelt werden.

Plattdeutsch ist durch die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen seit 1999 als eigenständige Sprache in Europa anerkannt. In Norddeutschland und auch in Ostfriesland ist es jedoch als Sprache im Bildungswesen immer noch mit Vorurteilen behaftet und wird oft nicht als vollwertige oder bildungstaugliche Sprache angesehen. Spätestens wenn es um Lesen und Schreiben auf Plattdeutsch geht, herrschen immer noch viele Vorurteile. Dies führt dazu, dass die hervorragende Arbeit, die in den Spracherwerbskindergärten mit Hochdeutsch und Plattdeutsch geleistet wird, in der Regel mit dem Eintritt in die Grundschule abbricht. Die neue Auszeichnung „Mehrsprakig Grundschool – Mehrsprachige Grundschule“ soll deutlich machen, dass Mehrsprachigkeit auch in der Grundschule machbar ist.

Beide Auszeichnungen sollen dem intensiven frühen Spracherwerb, der in vielen Kindergärten und einigen Grundschulen stattfindet, öffentliche Anerkennung zuteil werden lassen. Sie sollen außerdem die Immersion als eine zukunftsweisende und effektive Spracherwerbsmethode (unabhängig davon, mit welchen Sprachen gearbeitet wird) bekannt machen.

Welche Kriterien führen zur Auszeichnung?

Die Auszeichnung kann an alle Kindergärten und Grundschulen verliehen werden, die konzeptionell und dauerhaft die ihnen anvertrauten Kinder in die Mehrsprachigkeit führen. Die Zielsprache, die erworben werden soll, sollte im Idealfall zu mindestens 50% das Sprachgeschehen in der Einrichtung prägen. Das Umfeld sollte entsprechend informiert und eingebunden sein, damit die Kinder im Elternhaus Unterstützung für den Spracherwerb erfahren und die Träger der Einrichtung bei der Einstellung von neuem Personal darauf achten, dass die sprachlichen Grundlagen, die für das mehrsprachige Arbeiten erforderlich sind, erhalten bleiben.

Auch Einrichtungen, die nicht mit Plattdeutsch sondern mit Englisch oder anderen Sprachen arbeiten, können bei entsprechender Qualität die Auszeichnung bekommen. Die Ostfriesische Landschaft hält es in weiten Teilen Ostfrieslands jedoch für angeraten, mit Plattdeutsch als erster Zweitsprache zu beginnen, weil hier die größeren sprachlichen Ressourcen bei den Erziehungs- und Lehrkräften sowie im Umfeld der Kinder zur Verfügung stehen.

Wer bekommt die Auszeichnung 2008?

Die Auszeichnung besteht aus einer Urkunde, 100 Euro Geldzuweisung und einer Plakette, die an der Außenwand der Kindertagesstätte oder der Grundschule angebracht werden kann. Aus 14 Einsendungen von Kindertagesstätten wurden fünf Einrichtungen für die Auszeichnung ausgewählt. Bei den Grundschulen, die sich zum ersten Mal bewerben konnten, gab es sieben Bewerbungen, von denen zwei ausgezeichnet werden. Die Auszeichnung gilt für fünf Jahre und wird dann einer Überprüfung unterzogen. Zwei weitere Grundschulen bekommen eine besondere Erwähnung, weil sie sich sehr für das Sprachenlernen einsetzen, ohne jedoch auf Mehrsprachigkeit für alle Kinder zu zielen.

Wir möchten ausdrücklich betonen, dass weitere Einrichtungen, die jedoch erst kurze Zeit mit Immersion arbeiten, für die Auszeichnung in Frage gekommen wären. Wir hoffen, dass sich in diesen Einrichtungen die neue Methode bewährt und wir somit in zwei Jahren erneut qualifizierte Bewerbungen vorliegen haben werden.

2008 werden ausgezeichnet:
Kindergarten Klecks, Leer
Kindergarten Engerhafe
KVHS Kindertagesstätte Mittendrin, Norden
AWO-Kindergarten Groothusen
Waldkindergarten Fliegenpilze, Aurich
Grundschule Simonswolde
Grundschule Wallinghausen

Besondere Erwähnungen:
Eichenwallschule Leer
Grundschule Ditzum

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Alle 21 Einrichtungen, die sich an der Ausschreibung beteiligt haben, bekommen als Dank das Mini-Buch „Dat Ollske un de Bigge“ (Text von Wilhelmine Siefkes) und das Plakat „Plattdütsk in Kinnermund / Up Platt – Man to!“, das in Anlehnung an das Pla-kat des Plattdeutschmonats entworfen wurde. Außerdem erhalten sie ein plattdeutsches Kinderbuch, das Ende September neu herauskommt und über das deswegen an dieser Stelle noch nichts verraten wird.

Septembermaant – Plattdüütskmaant / Elk kann wat doon!

Die Verbindung mit dem „Plattdüütskmaant“ soll zeigen, dass das Motto „Plattdüütsk bi d’ Arbeid“ auch im Bildungswesen umgesetzt werden kann. Doch die sprachliche Förderung der Kinder darf nicht allein auf die Bildungseinrichtungen „abgeschoben“ werden. Die Elternhäuser und die gesamte Umgebung von Kindern sind aufgefordert, den Sprach-erwerb der Kinder zu fördern und abzusichern. Je häufiger Kinder das Plattdeutsche auch außerhalb des Kindergartens oder der Schule hören, desto intensiver und umfassender sind ihre Spracherwerbsmöglichkeiten. Ganztägige Bildungseinrichtungen werden in Zukunft noch mehr Verantwortung für die sprachliche Förderung der Kinder haben, doch das Umfeld und vor allem die Familie, wo Sprache mit emotionaler Bindung verbunden ist, bleiben als unterstützende Lernorte weiterhin zentral und unverzichtbar.

Das Motto „Elk kann wat doon!“ richtet sich daher nicht nur an diejenigen, die von ihrer Arbeit her mit Kindern zu tun haben, sondern wirklich an alle, auch im Privat- und Freizeitbereich. Die Kampagne „Plattdüütsk in Kinnermund“, die seit 2006 läuft und beispielsweise von den ostfriesischen Volkstheatern und einer Frauengruppe der LEB Leer aufgegriffen und mit Spenden versorgt wurde, zeigt, dass hier noch viel mehr Engagement möglich ist.

Written on September 2nd, 2008 , Diesel Info, Priesen

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